SOS-Kinderdorf Quilpué

Die günstige Lage von Quilpué knapp 20 km von der Metropole Valparaíso entfernt hat zu Wirtschafswachstum und Wohlstand für die Bewohner der Stadt geführt. Fast alle Menschen können lesen und schreiben, und bei der Gleichstellung der Geschlechter sind große Fortschritte erzielt worden. Dennoch leben viele Familien in der Region Valparaíso nach wie vor unter prekären Bedingungen.

Quilpué hat in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt

Ein normaler Teil der Kindheit ist wiederhergestellt: die Kinder essen ein Eis mit Freunden. (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Quilpué liegt nahe der gleichnamigen Stadt im Landesinneren in der Region Valparaíso, Provinz Marga-Marga.

Quilpué hat etwa 150 000 Einwohner, ist ca. 20 km von Valparaiso entfernt und sogar an das städtische U-Bahnnetz angeschlossen. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf dem Handels- und Dienstleistungssektor, in dem überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen angesiedelt sind.

In Quilpué sind in den vergangenen Jahren verschiedene soziale Entwicklungsprogramme umgesetzt worden, um die Armut zu bekämpfen sowie dasBildungsangebot und die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Fast 80 Prozent der Straßen sind mittlerweile asphaltiert. Durch die zahlreichen Fortschritte ist Quilpué auf gutem Weg, seine Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 zu erreichen.

Die Region Valparaíso hat ganz unterschiedliche Gesichter

Obwohl sich die Lebensbedingungen der Menschen in Quilpué in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, gibt es in der Region Valparaíso große Unterschiede zu verzeichnen. Die Armutsraten beispielsweise liegen in Quilpué bei niedrigen 10,7 Prozent, in den umliegenden Gemeinden hingegen nur einige Kilometer vor der Stadtgrenze bei deutlich höheren 25 Prozent.

Während in Quilpué auch Fortschritte in anderen Bereichen feststellbar sind, sieht die Lage vor den Toren der Stadt ganz anders aus. In Quilpué sind über 42 Prozent der Kandidaten für Kommunalwahlen weiblich - in den zehn umliegenden Gemeinden steht keine einzige Frau zur Wahl. Ähnliche Unterschiede gibt es im Bereich der Gesundheit der Mütter, bei der Zahl der Teenagerschwangerschaften und der Unterernährung von Kindern unter sechs Jahren.

Auch das Bewusstsein für Kinderrechte muss in der Region noch geschärft werden. Das SOS-Kinderdorf in Quilpué ist das einzige in der Region Valparaíso. Daher ist unsere Unterstützung für Kinder, die Gefahr laufen die elterliche Fürsorge zu verlieren oder sie bereits verloren haben sowie für Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern bleiben können, von zentraler Bedeutung.

Unsere Arbeit in Quilpué

Kinder besuchen einen Lernbauernhof. (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Quilpué im Jahr 1983.

Betreuung in SOS-Familien: Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Einige Familien haben ihr Zuhause in den lokalen Gemeinden. Diese Familien erhalten dieselbe Unterstützung von SOS-Kinderdorf. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und Kindergärten und sind daher bereits in jungen Jahren sehr gut in ihre Gemeinde integriert.

Wenn Kinder in unsere Obhut kommen, so arbeiten wir auch mit den Herkunftsfamilien. Wir unterstützen sie, damit sie, wenn die Zeit dafür reif ist, wieder für ihre Kinder sorgen können. Ist ein Kind wieder in seine Familie zurückgekehrt, so begleiten wir es weiterhin, um sicher zu stellen, dass gut für das Kind gesorgt wird.

Unterstützung für junge Menschen: Junge Erwachsene werden unterstützt, während sie ihre Ausbildung fortsetzen und eine Arbeitsstelle suchen. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen ihnen zur Seite bis sie in der Lage sind, ein selbständiges Leben zu führen.