Hermann-Gmeiner-PreisträgerInnen 2018

Soaring High in the Sky: Gespräch mit den Preisträgern des Hermann-Gmeiner-Preises 2018 Was bedeutet es, zu einer Familie zu gehören? Jemanden zu haben, der dich fest umarmt und dir die Kraft gibt, dich der Welt zu stellen.

Für die Kinder in den SOS-Kinderdörfern bedeutet es die Welt, ihnen zu helfen, sich zurechtzufinden. Die beiden Preisträger des Hermann-Gmeiner-Preises 2018, Dr. Muruga und Frau Maria Anggelina, drücken SOS-Kinderdorf ihre große Anerkennung und ihren Dank dafür aus, dass sie den SOS-Kinderdörfern die Flügel zum Hochfliegen gegeben haben! In einem Telefoninterview teilen Dr. Muruga und Frau Maria Anggelina ihre Gefühle über den Gewinn des Preises mit.

Frage 1: Wie stehen Sie zum Erhalt des Hermann-Gmeiner-Preises 2018?

Maria Anggelina: Ich bin Gott dem Allmächtigen sehr dankbar, es ist wie ein Traum. Ich hoffe und bete nur, dass die Arbeit, die ich bisher geleistet habe, denen helfen kann, die weniger Glück haben. Ich danke allen, die mich bei meiner Arbeit und beim Gewinn dieses Preises unterstützt haben. Ich bin so stolz, ein Teil von SOS-Kinderdorf zu sein.

Dr. Muruga: Ich fühle mich geehrt und gedemütigt, diese Auszeichnung zu erhalten. Es ist ein großes Privileg und ich bin sehr glücklich. Dieser Preis gehört allen meinen SOS-Brüdern und -Schwestern in der gesamten Föderation. Tatsächlich sind alle Nominierten für diesen Preis ein Gewinner.

 

Frage 2: Was ist der zufriedenstellendste Aspekt Ihrer Arbeit?

Maria Anggelina: Ich glaube fest an die Vision des Guten Hirten, dass "eine Person wertvoller ist als die ganze Welt"; (Hl. M. Euphrasia) und lebe sie. Dieser Satz hat mein Leben verändert. Ich bin leidenschaftlicher in meiner Arbeit geworden und ich bemühe mich, denjenigen zu helfen, die weniger Glück haben als ich, insbesondere Frauen und Kindern. Wir arbeiten mit mehreren Parteien zusammen, damit einige Kinder von Menschenhandelsopfern sicher in ihre Heimat zurückkehren können.

Dr. Muruga: Der beste Moment meines Lebens kam, als ich eine Aufnahme am Lester B. College of Pacific in Vancouver, Kanada, erhielt. Ich war der erste Schüler überhaupt, der auf eine internationale Schule ging. Dies war meine erste Gelegenheit, das Land zu verlassen. Dort traf ich Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt und lernte verschiedene Kulturen kennen. Ich habe gelernt, wie man alle gleich behandelt. In der Schule wurde ich ermutigt, gemeinnützige Arbeit zu leisten, wodurch ich noch mehr Interesse daran bekam, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Ich habe zwei gemeinnützige Projekte durchgeführt, eines für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und das andere für Menschen, die mit HIV leben.

 

Frage 3: Was ist der herausforderndste Aspekt Ihrer Arbeit?

Maria Anggelina: Die Rettung der Opfer von Menschenhandel ist der schwierigste Teil meiner Arbeit, denn es gibt viele Täter um uns herum. Eine weitere Herausforderung ist die Sensibilisierung der Menschen für die Rechte von Frauen und Kindern.

Dr. Muruga: Für mich war der Einstieg in den MBBS-Kurs zum Arzt die größte Herausforderung. Ich musste sehr hart arbeiten, um ein Mitglied dieses edlen Berufes zu werden. Ich habe das SOS-Kind-Sein nie als Herausforderung für mich betrachtet. Tatsächlich erzähle ich den Leuten stolz, dass ich von SOS bin und jeder akzeptiert mich so, wie ich bin.

 

Frage 4: Können Sie eine Erfolgsgeschichte erzählen?

Maria Anggelina: Als ich und andere Beteiligte ein Opfer von Kinderhandel retteten, das nach der Folter von seinem Arbeitgeber weglief. Ich brachte sie auf einem Motorrad an einen sicheren Ort. Ich musste am Haus ihres Arbeitgebers und dem Agenten vorbeigehen. Wir überlebten, um den Zweck zu erfüllen. Ich versuche nun, die Menschen für die Rechte des Kindes zu sensibilisieren, und die Resonanz ist sehr positiv. Einige von ihnen haben die Gewalt gegen Kinder und ihre Ausbeutung für die Arbeit erkannt und reduziert. Einige helfen, die Rechte der Kinder zu erfüllen.

Dr. Muruga: Für mich ist diese Auszeichnung die größte Errungenschaft. Sein Wert ist für mich gleichzusetzen mit dem Nobelpreis. Wenn ich nicht in einem SOS-Kinderdorf gewesen wäre, wäre mein Leben ganz anders verlaufen. Ich wäre nicht so weit gekommen. Nachdem ich diese Auszeichnung erhalten habe, fühle ich mich sehr verantwortlich und möchte mich der Arbeit für Menschen in Not widmen.

Kontakt

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte:

Nicola Seewald
nicola.seewald@sos-kd.org
+43 512 3316 5637