Helmut-Kutin-Preisträgerinnen 2012

Margarita Maximiana Cusihuamán Sisa aus Peru

Alle 25 Kinder, die Margarita mit Liebe und Geduld aufzog, absolvierten später eine höhere Ausbildung. Margaritas besonderes Verdienst  jedoch bestand im Aufbau von tragenden Beziehungen zu den leiblichen Eltern ihrer Pflegekinder – ein revolutionärer  Ansatz damals vor 26 Jahren, als sie ihre Arbeit bei SOS-Kinderdorf Peru begann.

Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen half sie den Kindern zu verstehen und zu respektieren, aus welchen Situationen heraus die eigenen Eltern entschieden hatten, ihre Kinder zu verlassen. Diese schwierige und herausfordernde Arbeit stellt heute ganz selbstverständlich die Rolle einer SOS-Mutter dar. So wurde Margarita zur Vorreiterin in der Arbeit mit den leiblichen Familien im SOS-Kinderdorf Peru.

Die größte Freude und Motivation erfährt  Margarita immer wieder durch ihre ältesten Kinder, die nun selbst ein erfülltes Leben führen – im persönlichen und beruflichen Bereich, mit ihren eigenen Familien. Mit ihren 10 Enkelkindern ist  Margarita immer noch eine dynamische und unternehmungslustige Frau – aber vor allem voller Glück und Zufriedenheit mit der Wahl, die sie für ihr Leben getroffen hat.

Hanan Al A'Awar aus Jordanien

"Sie ist so sanft wie eine Taube, ehrlich und klar - eine zärtliche Mutter in jeder Hinsicht“,  so beschreibt Husam Abu Joab, der Leiter des SOS-Kinderdorf Amman/ Jordanien, SOS-Mutter Hanan Al A'awar. "Sie hat allen ihren 24 Kindern gezeigt, was es heißt zu lieben und geliebt zu werden, sich selbst und andere zu respektieren“.

"Eine Mutter ist nicht nur die Frau, die ein Kind zur Welt bringt, sondern auch diejenige, die ihre Kinder lehrt, den richtigen Weg im Leben zu gehen. Genau wie meine Mutter Hanan es für uns getan hat", sagt eine ihrer Töchter, Ghadeer Taylikhs, die heute an der Kings Academy  von König Abdullah studiert. "Sie hat uns allen ihre Liebe und Heiterkeit gegeben. Ohne Worte hat sie gefühlt, ob wir traurig oder glücklich waren", erzählt Ghadeer. 

Der dörfliche Leiter Husam Abu Joab betrachtet "Mama Hanan" als eines der größten Geschenke an sein Dorf: "Eine Mutter liebt ihre Kinder nicht dann am innigsten, wenn sie sie verwöhnt und ihnen jeden Wunsch erfüllt, sondern wenn sie sie entschlossen an höchste Maßstäbe heranführt und nichts weniger als das Beste für sie möchte. Das ist Mama Hanan, mit ihrer Hingabe und Liebe zu ihrem Job, ihren Kindern und ihrer SOS-Familie."

Jojis Miyir aus Äthiopien

"Ich mag Tante Jojis, weil sie viele Geschichten und Lieder kennt" sagt Suzan, ein zwölfjähriges Mädchen im SOS-Kinderdorf in Gode/Äthiopien über ihre SOS-Tante. Wann immer eine SOS-Mutter vertreten werden muss, wünschen sich Kinder als auch Mütter, dass Jojis für sie einspringt.

Die besonders einfühlsame und liebevolle Persönlichkeit von Jojis kam bereits bei ihrem Eintritt in das Dorf zum Tragen: Die schwer traumatisierte und stumme kleine Ayan schien sich damals nicht von ihren schlimmen Erlebnissen in der frühen Kindheit zu erholen. Tante Jojis ist es jedoch als einzige gelungen, mit ihrer Liebe und Geduld  Ayan in ein fröhliches und verspieltes Kind zu verwandeln, das heute im Dorf als physisch und psychisch gestärktes und geselliges kleines Mädchen gilt. Ayan und alle Mitarbeiter im Dorf wünschen sich nun für Jojis, dass sie SOS-Mutter werden kann.

"Selbst wenn die Kinder Fehler machen, ist Jojis‘ Stimme immer voller Liebe und Güte. Mit viel Verständnis und ihrer natürlichen und demokratischen Autorität ist sie den Kindern ein starkes Vorbild", erklärt der Dorfleiter Mustefa Haji.

 

Wir gratulieren den Preisträgerinnen!

Kontakt

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Nicola Seewald
nicola.seewald@sos-kd.org
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