SOS-Kinderdörfer in China

SOS-Kinderdorf ist seit Mitte der 80er Jahre in der Sozialistischen Volksrepublik China tätig, nachdem ein Abkommen mit dem chinesischen Ministerium für Zivile Angelegenheiten unterzeichnet worden war. Die Organisation hat seither ihre Aktivitäten in China ausgebaut und unterstützt derzeit Kinder, Jugendliche und Familien an landesweit zehn Standorten. Seit 2001 ist die Organisation auch in Lhasa in der Autonomen Region Tibet der Volksrepublik China tätig.


Eine SOS-Familie beim Abendessen (Foto: J. Lugtigheid)

In China leben über 334,9 Millionen Kinder unter 18 Jahren. China hat 1991 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet und seither verschiedene Programme ins Leben gerufen, um die Situation der Kinder zu verbessern.

Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass eine neunjährige Schulpflicht umgesetzt wird. Nichtsdestotrotz bekommen viele Kinder keine Grundausbildung. Obwohl die Regierung spezielle Fördermittel für arme Regionen bereitgestellt hat, brechen vor allem Mädchen aufgrund der wirtschaftlichen Notlage ihrer Familien die Schule ab.

Die Qualität der Gesundheitssystems und die Zugangsmöglichkeiten sind regional unterschiedlich. Die höher entwickelten Küstenstädte verfügen über eine gute medizinische Versorgung für Neugeborene und Säuglinge, während in den ärmeren ländlichen Regionen oder den Regionen im Westen des Landes die Lage wesentlich schlechter aussieht. In den ärmeren Regionen führt die Mangelernährung häufig zu Folgeerkrankungen, viele Kinder sterben an Lungenentzündung und an Durchfall.

China verzeichnet weltweit eine der höchsten Quoten an Kinderarbeit. Auch hier sind die Kinder in ländlichen Regionen benachteiligt, da auf dem Land mehr Kinder als in den Städten zur Kinderarbeit gezwungen werden.

Die jüngsten Veränderungen hatten auch Auswirkungen auf die Jugendlichen in China, die versuchen, in einer sich wandelnden Gesellschaft ihren Platz zu finden. Circa 30 Millionen Teenager unter 17 Jahren leiden an psychischen Problemen, und die Zahlen steigen vermutlich weiter an.