ubuntu in Caldonazzo 2017

Nachlese zu "Gemeinsam sind wir stark"

Das SOS Feriendorf am Caldonazzo See ist ein friedlicher Ort für Spiel, Spaß, Erholung und Abenteuer für viele hunderte SOS-Kinderdorf-Kinder. Gleichzeitig ist es auch ein Ort der Erfahrung, ein Ort des Lernens und der Wertevermittlung. Haben Kinder das Recht auf Spielen, Schutz, Bildung, Lernen, Freiheit und kreative Selbstentfaltung, dann ist das Feriendorf am Caldonazzo See ein Ort der „gelebten Kinderrechte“. Mit unserem ubuntu-Workshop am See unterstützen wir die Kinder dabei Freizeit, Spiel, Spaß und sinnstiftende Tätigkeit zu vereinen. In diesem Jahr geht es um das von Kindern heiß geliebte Phänomen “Dinosaurier“. 
 

Die Bedeutung


 
Wir Menschen haben unterschiedliche Charaktere und Eigenschaften. So auch die Dinosaurier. Obwohl sie ausgestorben sind, leben sie heute noch mit ihren verschiedenen Eigenschaften in unseren Vorstellungen. Sie sind groß, mächtig, stark, schnell, bunt, Vegetarier oder Fleischfresser etc. Diese Eigenschaften aber nehmen wir erst wahr, wenn wir die Dinos ganz nahe betrachten und über sie nachdenken. Würden wir aus der Ferne einen lebenden Dinosaurier sehen, würden wir vielleicht nur eine einzige Größe wahrnehmen, die wir scheinbar als gefährlich, aggressiv und unnahbar charakterisieren.


Würden wir den Dino aber aus der Nähe betrachten, dann sehen wir ihn in seinen unterschiedlichen Eigenschaften und Komponenten. So geht es auch mit uns Menschen. Aus der Distanz wird jeder einfach nur als Mensch wahrgenommen. Wenn wir uns aber näher kommen und näher kennen lernen, entdecken wir unsere unterschiedlichen Eigenschaften, Fähigkeiten und Charaktere. Dieses Erkennen in der Nähe führt manchmal zu Freundschaft, Wertschätzung und auch manchmal zu Konflikten. Dem Umgang miteinander und mit anderen Wesen kommt eine große Rolle zu in solchen Situationen. 

 

Wie gestalten wir den Umgang und wie gehen wir damit um? 


Darin birgt sich der pädagogische Aspekt des kreativ Workshops mit den Kindern. Der künstlerische Aspekt ist nicht einfach in dem fertigen Produkt zu sehen. Viel mehr ist er in den einzelnen Schritten des Tuns zu entdecken.

 
Ein schönes großes Dinosaurier-Profil ist angefertigt. Kleine Holzschnitte, die die Dinosaurier- Schuppen bilden, sind hergestellt, viele bunte Farb- und Filzstifte bereitgestellt. Die Arbeit kann jetzt beginnen, aber zuerst gehen wir durch die „Dörfer im Camp“, erklären unser Vorhaben, unsere Idee und laden die Kinder ein, mitzumachen. Und sie kommen auch.


Auf diese „Schuppen” werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele kleine Tierformen, Menschen, Pflanzen etc. gemalt, gezeichnet, gestaltet und anschließend an den Dinosaurier angeheftet. Auf die kleinen Holzschnitte malen, zeichnen und schreiben die Kinder ganz frei und selbständig was sie zum Schmücken des großen Dinos beitragen wollen.  

Es ist ein Kommen und Gehen. Manche Kinder sind täglich, 4 Tage lang gekommen und haben jedes Mal dem Dino ein anderes Motiv geschenkt. Einige sind nur einmal gekommen. Manche kommen und wie ein Blitz fertigen sie etwas ganz schnell an und gehen wieder so geschwind, wie sie gekommen sind. Es gibt auch manche, die kommen, Platz nehmen, etwas beginnen und wenn die Spontanität des kreativen Schaffens nicht mehr da ist, und das passiert ganz schnell, stehen sie gleich wieder auf, lassen alles liegen und „off they go“.
 

 

​In allem was sie gemacht haben, ist die Freiheit und die Begleitung, das bedingungslose Annehmen, das Vertrauen und das spürbare Willkommen-Sein sichtbar, all das zeigt sich in der Qualität und Schönheit des Geschaffenen. 

Wie der Umgang, so auch der Klang und die Stimmung des Miteinanders. Entstanden sind Holzschnitte - wunderschön gestaltet mit vielen kleinen Tier- und Herzformen, Menschenbildern, Pflanzen und abstrakten Kreationen.


Und so steht er nun da – der „Caldo-Dino“ in seinem ganzen Glanz und Glamour.

 

Die Präsentation
 

 

Die Bühne ist vorbereitet, die Musik spielt, Getränke stehen bereit. Die Kinder kommen. Die Betreuer und Betreuerinnen kommen mit und dazu. Gemeinsam beginnen wir mit der Feierlichkeit. 

 





 
 


Zur Krönung des Events liest uns Maria Price-Placzek (ubuntu-Teammitglied) ein eigens geschriebenes Dino-Märchen vor.

„Wir sollen einander helfen“, fasst ein kleines Kind das Märchen zusammen. Das stimmt, denn gemeinsam sind wir stark. 






 

ubuntu-in-Caldo stärkt die Freundschaft zwischen Gemeinde und SOS Feriendorf 


ubuntu in Caldo 2017 hat eine andere Dimension erreicht. Wie eine Prophezeiung nimmt die Gemeinde Caldonazzo „Gemeinsam sind wir stark“ als Botschaft wahr und bildet eine Brücke sowohl zwischen ubuntu in Caldo 2014 und 2017 als auch zwischen SOS-Feriendorf und der Gemeinde Caldonazzo. 

 
Der Präsident des Kunstvereins Centro d’Arte La Fonte in Caldonazzo (Dr. Waimer Perinelli), die Direktion SOS NA Caldonazzo (Carmen Eberle) und der Bürgermeister von Caldonazzo (Dr. Giorgio Schmidt), vereinbaren eine gemeinsame Kunstaktion als Beginn des Brückenbaus zwischen dem SOS-Feriendorf und der Gemeinde Caldonazzo. Eine Brücke, die sich in der “Art” des Umgangs miteinander manifestieren soll und Kinder „Art/Kunst“ mit ubuntu fungiert dabei beispielgebend. 


 
Zu diesem Anlass, ist - noch einmal wie im Jahre 2014 - ein Freundschaftsrad als Symbol des Kindseins gebaut worden. Es ist uns wieder gelungen mit den Kindern ein großartiges und schönes “Kunstwerk” herzustellen. Das Freundschaftsrad als Symbol des Kindseins zusammen mit dem "Caldo Dino" als Ausdruck der gemeinsamen Stärke, erzählen eine lange und schöne Geschichte von Freundschaft und Solidarität.

Diese sind gemeinsam mit anderen Objekten aus vergangen kunstpädagogischen ubuntu-Workshops in Caldo in einer Ausstellung im Kunsthaus des Kunstvereins Centro d’Arte La Fonte in Caldonazzo präsentiert und gefeiert worden.  

 
Zahlreiche Menschen haben die Vernissage zusammen mit SOS-Kinderdorf-Kindern aus Ostuni/Italien gefeiert. Nach den Begrüßungsworten von Dr. Waimer Perinelli, Präsident Kunstverein Centro d’Arte La Fonte, erinnert Dr. Violetta Plotegher, Assessore Politiche sociali Regione Trentino daran, wie wichtig es immer noch ist, Hermann Gmeiners Aussage, dass Frieden nur möglich ist, wenn wir alle Kinder dieser Welt als unsere Kinder sehen, zu beachten.



 
Dr. Giorgio Schmidt, Bürgermeister von Caldonazzo, freut sich darüber, dass Caldonazzo nicht nur Urlaubsort ist. Mit ubuntu ist Caldonazzo auch ein Ort der Wertevermittlung geworden. Elisabetta Wolf, Assessore politiche sociali Caldonazzo, betont die Bedeutung und Wertevermittlungsrolle von ubuntu und beschreibt sie folgendermaßen: “mit ubuntu führt uns die Kunst zur Schönheit, zu einem Zusammen-Sein und Miteinander-Tun mit Kindern in ihren Ferien.“



 
Ein großer Dank gilt Carmen Eberle und ihrem sehr engagierten Team in Caldonazzo. Dank auch an Giovanni Walter Marmo für seine großartige Unterstützung. Herzlichen Dank an das ubuntu-Team, die zusammen über 300 Stunden unentgeltlich der guten Sache für SOS-Kinderdorf-Kinder zur Verfügung gestellt haben.








Fotos: © Giovanni Walter Marmo/Keith Price/ Walter Waltz Anyanwu