ubuntu in Caldonazzo 2014

Review zu "Das Freundschaftsrad"

Sommer 2014



 
Unser motiviertes ubuntu-in-Caldonazzo Team hat wieder in diesem Sommer mit SOS–Kinderdorf Kindern aus vielen Ländern eine kreative kunstpädagogische Woche gefeiert. Diesmal geht es am Caldonazzo See um die Freundschaft. Wie entsteht Freundschaft? Wie sieht sie aus? Wie wird sie gestaltet, gepflegt und gelebt? Welche Auswirkungen hat sie auf die Menschen?



Zur Beantwortung dieser Fragen brauchen wir keine Worte sondern Aktion. Wir gehen zum Flussbett. Überall sind Steine unterschiedlicher Größe, Farbe, Ausstrahlung und Form. Jede/r sammelt den oder die Steine von denen er/sie sich angesprochen fühlt. Es sind wirklich viele. Dann werden die Steine sauber gemacht, vom Sand befreit, damit sie besser bemalt werden können. Wir bringen die Steine in eine neutrale Form, indem wir sie alle mit weißer Farbe grundieren, um die Farben bei der Gestaltung besser strahlen zu lassen. Es ist diesmal ein verregneter Sommer in Caldonazzo. Das Schöne daran ist, dass die Kinder in noch spielfreudigerer Stimmung sind. Und so beginnen sie zu malen. Sie kommen in Gruppen oder einzeln, begleitet oder unbegleitet in die Holzwerkstatt. Es ist spannend und schön zu beobachten wie die Kinder die Steine durchsuchen und auswählen, welchen sie bemalen möchten. Oft bemühen sich die kleinsten Kinder um die größten und die großen Erwachsenen um die kleinsten Steine.



Obwohl die Kriterien nicht offenbart werden, sind sie doch nach dem Bemalen sichtbar. Denn die Kinder entdecken selbst, dass die Steine einen eigenen Charakter, Ausdruck und Profil haben. Und dem entsprechend handeln sie.

Mit Freude am Können und Lust auf Neues legen sie den ganz eigenen Charakter eines jeden Steines frei. Viele Erwachsene lassen sich nicht die Chance nehmen mitzugestalten. Und so entsteht eine zauberhafte kunstvolle Landschaft geschmückt mit Kinderwerken aus Steinen und Farben.




Das künstlerische Können beweisen die Kinder auch bei der Gestaltung von Freundschaftsbändern. Das sind Symbole in unterschiedlichen Formen (Fisch, Flugzeug, Gesichter, Bäume, Häuser, Blumen etc.). Jedes Kind bekommt drei Stück zum Bemalen: Eines davon behält es, eines ist für das gemeinsame Freundschaftsrad und eines kann es an einen Freund oder Freundin verschenken.


Viele Kinder wollen jedoch noch mehr Freundschaftssymbole gestalten - für die SOS–Kinderdorf Mutter, wie sie sagen. Das ist wirklich schön zu erleben.


 
„Ich bin, weil Du bist. Und Du bist, weil ich bin“ ist Ausdruck von Leben in Freundschaft; ein Leben das wünschenswert und lebenswert ist. Die Kinder ahnen es nicht nur. Sie spüren es. Sie wollen es auch. Und sie haben es: Im SOS Kinderdorf Ferien Camp am Caldonazzo See.





Unser Freundschaftsrad strahlt jetzt ganz wunderbar und es ist schön zu sehen, wie selbstbewusst und glücklich die inneren Stimmungen der Kinder zum Vorschein kommen, wenn sie ihre Kunstwerke herzeigen und bewundern. In Freude und Zufriedenheit sind Ihre lebensfrohen guten Eigenschaften sichtbar und greifbar.

Leben ist viel mehr als Essen und ein Dach über dem Kopf. Menschen, Jung oder Alt, wenn sie wirklich leben, leben in ihren Erinnerungen und Vorstellungen, in ihren Hoffnungen und Träumen. Die Abschlusspräsentation des Freundschaftsrades macht diese Stimmungen und Gefühle gegenwärtig. Die Kinder erleben jeden Augenblick in seiner Gegenwart und erfreuen sich daran. Das ist die wirkliche Essenz von Ferien haben und ubuntu, die Kulturinitiative von SOS-Kinderdorf freut sich, wieder dazu beigetragen zu haben.

Fotos: W. Anyanwu