Hermann-Gmeiner-Preis 2002

Dr. Enamul Haque, Bangladesh

Am 29. November 2002 bot die Hermann-Gmeiner-Akademie den Rahmen zur feierlichen Übergabe des Hermann-Gmeiner-Preises. Der Preisträger Dr. Enamul Haque, der im SOS-Kinderdorf Bangladesh aufgewachsen ist wurde für sein großes Engagement als praktischer Mediziner ausgezeichnet. „Ich fühle mich sehr geehrt“, sagte der Preisträger in seiner Dankesrede, „und ich möchte meinen Dank der SOS-Familie aussprechen: die liebevolle, familiäre und soziale Atmosphäre des SOS-Kinderdorfes haben mir den Weg vorgezeichnet.“ Präsident Kutin sagte in seiner Laudatio: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß wir mit Enamul Haque jemanden ausgewählt haben, der diesen Preis verdient. Mit diesem Preis bitten wir den Preisträger als Vorbild zu dienen und das beste zu tun, um so vielen Menschen wie möglich in seinem Heimatland Bangladesh zu helfen.

Kutin erinnert an jenen Tag im Jahre 1975 als der 3jährige Enamul Haque gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder im SOS-Kinderdorf aufgenommen wurde. „Mit seinem freundlichen und bescheidenem Naturell hat er schnell Freunde im SOS-Kinderdorf gefunden und sich rasch in seiner Umgebung zurecht gefunden. Ich habe noch das Zimmer vor Augen, in dem Enamul lebte, als er ein Jugendlicher war. Es war voller Bücher und es gab kaum Platz zum schlafen. Wir waren aller sehr stolz als er die Aufnahmeprüfung an der Rajsahi Universität geschafft hatte: Jedes Jahr bewerben sich 4000 – 6000 Kandidaten, nur 40 werden schlussendlich genommen“. Aufgrund des Überschusses an Ärzten, arbeitete er in verschiedenen Krankenhäusern ohne Bezahlung. Um seine Situation zu verbessern bewarb er sich für weitere Studien und 1999 hatte er die Möglichkeit seinen „Master in Public Health“ an der Queensland Universität in Australien zu machen. Nach seiner Rückkehr begann er seine Arbeit als medizinischer Berater in der Damien Foundation. Die Damien Foundation ist eine belgische Hilfsorganisation, die sich auf den Kampf gegen Lepra und Tuberkulose spezialisiert hat. Die Dienstleistungen der Organisation reichen von der ärztlichen Behandlung bis zur finanziellen Unterstützung. Sie sind kostenfrei und stehen in erster Linie der ländlichen Bevölkerung zur Verfügung.