Hermann-Gmeiner-Preis

Preisträger 2014

Ein Nepalese und eine Inderin erhielten in der Innsbrucker Hermann-Gmeiner-Akademie den diesjährigen Hermann-Gmeiner-Preis überreicht. Beide sind in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen und gelten heute als Vorbilder in der Gesellschaft.

 

Seit 1971 wird der Hermann-Gmeiner-Preis für besondere Leistungen oder für außergewöhnliches Engagement vergeben. Die Auszeichnung geht an Menschen, die in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen oder in einem SOS-Kinderdorf-Programm betreut wurden und die nun als Erwachsene anderen ein inspirierendes Vorbild sind. Die Vergabe-Kriterien umfassen „besondere Leistungen auf humanitärem, beruflichem, sportlichem, schulischem oder kulturellem Gebiet“.


Maya Dhal ist 24 Jahre alt und kommt aus Indien. Die junge Frau setzt sich für Schulbildung von für Kinder in den indischen Slums ein. Christian Deepak kommt aus Nepal, er ist 39 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Der ausgebildete Architekt engagiert sich für Barrierefreiheit in seinem Land. Seit 17. Oktober 2014 haben die beiden gemeinsam, dass sie Träger des Hermann-Gmeiner-Preises sind und beide wuchsen in einem SOS-Kinderdorf auf. Dhal kam bereits im Alter von vier Monaten, nach dem Tod ihrer Eltern, ins SOS-Kinderdorf Bhubanewar in Indien. Deepak lebte ab seinem zehnten Lebensjahr im Kinderdorf Jorpati, in dem Kinder mit Behinderungen betreut werden.
 

Der Hermann-Gmeiner-Preis wird alle zwei Jahre an Menschen vergeben, die ihre Kindheit in einem SOS-Kinderdorf verbracht haben und heute „inspirierende Vorbilder der Gesellschaft sind“. Die Preisträger 2014 wurden in der Gmeiner-Akademie in Innsbruck von SOS-Präsident Siddharta Kaul und dem Präsidenten der Gmeiner-Akademie, Helmut Kutin, ausgezeichnet. Siddharta Kaul aus Indien hielt die Laudatio für Landsfrau Maya Dhal und würdigte ihren bewundernswerten Einsatz für Slumkinder. Helmut Kutin beschrieb den seit seiner Kindheit im Rollstuhl sitzenden Deepak als unermüdlichen Kämpfer für die Rechte behinderter Menschen in Nepal. Beide Preisträger erhielten jeweils einen Scheck über 7500 Euro. Die Mittel stammen aus den Zinsen einer Stiftung, die von der Stifterin zweckgewidmet für den Hermann-Gmeiner-Preis eingerichtet wurde.