Helmut-Kutin-Preisträgerinnen 2017

Foto: © SOS-Kinderdorf Archiv

Geeta Singh


Wenn es einen Ort gäbe, an dem Kinder von Olympischem Gold träumen können, dann wäre es das SOS-Kinderdorf Khajuri Kalan in Indien, wo zwei jungen Menschen genau das mit Hilfe von Geeta Singh gelungen ist. Geeta ist eine SOS-Mutter, die ihr Leben der Unterstützung von Kindern mit speziellen Bedürfnissen verschrieben hat.

Je eine Goldmedaille bei der Special Olympics FIFA Fußballmeisterschaft in Nepal sowie bei den Sommerspielen der Special Olympics 2015 in Los Angeles waren die großartigen Erfolge der beiden Schützlinge von Geeta. Sie erkannte die Talente hinter den Beeinträchtigungen der beiden Kinder und half ihnen, diese Talente zu entwickeln.


So konnten sie neben dem Schulbesuch und den Schulaufgaben auch ihre sportlichen Ambitionen verfolgen.

Geeta verfügt über eine 14-jährige Erfahrung in der Pflege und Betreuung von Kindern mit Behinderungen. Diese haben eine ganz besondere Mutter in Geeta, die für ihre große Geduld im Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen und Situationen bewundert wird. Durch ständige Aus- und Weiterbildung konnte Geeta ihre Fähigkeiten zu helfen erweitern, wie zB mit einem Abschluss in Spezialerziehung oder einem Studium der Braille (Blindenschrift), um ein visuell beeinträchtigtes Kind unterstützen zu können. Ihr abgeschlossenes Studium der Kunst und der Literatur sowie eine Ausbildung zur Schneiderin ermöglicht es ihr, die jungen Menschen nach dem Verlassen des Kinderdorfs auch beruflich zu unterstützen und ihnen Trainings anzubieten.


 
Foto: © SOS-Kinderdorf Archiv

Mariam Traore


Als im Jahr 2014 eine Gruppe von aggressiven Demonstranten drohte, im SOS-Kinderdorf Bobo Dioulasso in Burkina Faso Feuer zu legen, brachte eine tapfere Frau die 74 Kinder des Dorfes in Sicherheit. Diese Frau war Mariam, eine überaus couragierte SOS-Mutter.


Mama Mariam ist bekannt für ihren Mut. Nach dem Volksaufstand im Oktober 2014 wurde das SOS-Kinderdorf Bobo Dioulasso Ziel von gewalttätigen Demonstranten. Als diese das Kinderdorf angreifen wollten, konnte Mariam 74 Kinder über einen Schleichweg aus dem Dorf retten, um sie bei Familien der angrenzenden Gemeinde zu verstecken. Trotz der großen Gefahr, die vor Ort herrschte, schaffte es Mama Mariam mit Helfern, die vielen Kinder zu beschützen, und alle konnten nach der Krise unversehrt in das Kinderdorf zurückkehren.

Nicht nur ihrer Courage wegen wurde Mama Mariam für den Helmut-Kutin-Preis nominiert. So war es ihre positive Einstellung, ihre Ausdauer und liebevolle und geduldige Pflege eines schwer unterernährten kleinen Jungen, der 2004 in ihre Obhut kam. Er war sehr krank und nach jahrelanger Behandlung und vielen Spitalsaufenthalten gab es kaum mehr Aussicht auf Heilung. Dank Mariams Einsatz wurde der Junge jedoch vollkommen gesund und besucht inzwischen die 5. Klasse der Grundschule. Von 2004 bis 2017 war Mariam 13 weiteren Kindern eine liebende Mutter.
 

Wir gratulieren den Preisträgerinnen!

 
Foto: © SOS-Kinderdorf Archiv