Helmut-Kutin-Preisträgerin 2015

Isaac Adowk aus Malakal

Bewaffnete Soldaten, ein krokodilverseuchter Fluss, Granatenfeuer und eine 200 km lange Flucht, größtenteils zu Fuß… Dies waren nur einige der unglaublichen Herausforderungen, denen Isaac Adowk (28) mutig die Stirn bot, um 33 Kinder des SOS-Kinderdorfs Malakal im südlichen Sudan zu retten.

Foto: © SOS Archiv
Isaac war Jugendführer in Malakal, als die Kämpfe zwischen Anti-Regierungs-Kräften und Pro-Regierungs-Truppen im Dezember 2013 ausbrachen. Mitte Februar 2014 nutzte Isaac eine Kampfpause und brachte 41 Kinder, Jugendliche, Mütter und Tanten zur Mission der Vereinten Nationen im südlichen Sudan. Wieder aufflackernde Kämpfe machten jedoch ein weiteres Evakuieren unmöglich. Während der schweren Kämpfe am 18. Februar 2014 wurden Isaac und 33 Kinder vom Rest des Dorfes getrennt. Sie wurden gezwungen, schwimmend und mit kleinen Booten über den Nil zu fliehen. Einige Kinder und Jugendliche wurden von Verwandten aufgenommen. 23 Kinder jedoch, von denen das jüngste zwei Jahre alt war, blieben unter der Obhut von Isaac. Während der weiteren Flucht musste Isaac sich um Essen und sichere Schlafplätze kümmern, was sich natürlich sehr schwierig gestaltete.



Die Gruppe war größten Gefahren ausgesetzt – Tod, Verwundung, Vergewaltigung oder Rekrutierung der Jungen durch Streitkräfte. Nach mehr als zwei Wochen nach ihrem Aufbruch erreichte die Gruppe unversehrt die kleine Stadt Palouch, wo sie ins neue SOS-Notfall-Kinderdorf in Juba gebracht wurde.

Bereits vor den Konflikten konnte Isaac hervorragende Führungsqualitäten beweisen. Er unterstützte die SOS-Dorfmütter in ihren Häusern, half jungen Leuten beim Übergang in die Jugendeinrichtungen und übernahm auch manchmal Aufgaben eines Dorfleiters. Er wird von den Jugendlichen respektiert, die seinem Rat und seiner Leitung folgen.

 

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