Helmut-Kutin-Preisträgerin 2015

Abebech Kibret aus Addis Abeba

16 Jahre lang hatte Abebech Kibret bereits für die Kinder und MitarbeiterInnen des SOS-Kinderdorfs Addis Abeba als Köchin gearbeitet. Sie träumte jedoch davon, mehr für die jungen Menschen tun zu können, die sie sehr gern hatten. Dieser Traum erfüllte sich 2002, als sie offiziell zur SOS-Tante ernannt wurde.

Foto: © SOS Archiv
"Hurra! Tante Abebech kommt zu uns!” hört man die Kinder rufen, wann immer Abebech die Vertretung für deren Mütter übernimmt. Es gibt viele Gründe, warum Abebech oder Abi, wie sie liebevoll genannt wird, die Lieblingstante der Kinder ist. Sie findet Zeit, mit ihnen zu spielen, ihnen zuzuhören, und versteht ihre Probleme. “Durch Abebechs liebevolle Art fühlen sich die Kinder und Jugendlichen umsorgt und beschützt” - so wird die gegenseitige Liebe und der Respekt zwischen ihr und den jungen Leuten beschrieben. Sie macht keine Unterschiede zwischen ihrer SOS-Kinderdorffamilie und ihrer leiblichen Familie. Das beweisen die regelmäßigen Anrufe und Besuche von ehemaligen SOS-Kinderdorfkindern, für die sie noch immer eine Mutterfigur darstellt. Abebech unterrichtet auch junge Mütter darin, ihre Babys richtig zu versorgen und bringt ihnen die Mutterrolle der äthiopischen Kultur näher. Da die Kinder und Jugendlichen ihre Probleme mit Abebech teilen, ist sie ihre Stimme in schwierigen Situationen. Die Geschichte von Saba illustriert dies.


Saba hatte sich verliebt und entschied sich, trotz ihres sehr jungen Alters zu heiraten. Sie brach die Schule ab und legte ein derart schlechtes Verhalten an den Tag, dass die SOS-Kinderdorfleitung über disziplinäre Schritte nachdachte. Abebech griff ein und konnte Saba überzeugen, ihre Ausbildung fortzusetzen. Sie bestand auch darauf, dass man Saba eine zweite Chance gab. Saba hat die Schule abgeschlossen und eine Ausbildung als Kindergärtnerin begonnen. Sie unterrichtet jetzt an einer Privatschule.  

 

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